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US-Berichtssaison startet: DAX ringt vor Bankenzahlen und Inflation um Richtung

Der deutsche Leitindex DAX startet nach einem freundlichen Wochenauftakt mit leichten Verlusten in den Dienstagshandel. Im Fokus der Marktteilnehmer stehen nun die anlaufende US-Berichtssaison mit den ersten Bilanzen der Großbanken sowie die anstehenden Inflationsdaten aus den USA.

Dr. Marion Gärtner

Von Dr. Marion Gärtner

Dr. Marion Gärtner analysiert seit über zehn Jahren die internationalen Aktienmärkte und liefert tiefgründige Berichte zu globalen Indizes für Kursreport. Ihre präzisen Marktanalysen machen komplexe Entwicklungen leicht verständlich.

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US-Berichtssaison startet: DAX ringt vor Bankenzahlen und Inflation um Richtung
Bild: US-Berichtssaison startet: DAX ringt vor Bankenzahlen und Inflation um Richtung

Der deutsche Aktienmarkt präsentiert sich am heutigen Dienstagmorgen mit einer spürbaren Zurückhaltung. Nach den Gewinnen des Vortages startet der DAX mit einem leichten Minus in den Handel. Die Marktteilnehmer halten sich sichtlich zurück, da im Wochenverlauf wegweisende Impulse von der US-Berichts- und Konjunkturseite anstehen. Insbesondere der Startschuss für die Quartalsberichte der großen US-Finanzinstitute sowie die neuen Inflationsdaten aus Übersee dürften den weiteren Trend des Leitindex für die kommenden Wochen maßgeblich mitbestimmen.

Charttechnische Orientierung nach freundlichem Wochenauftakt

Am Vortag hatte der DAX noch einen versöhnlichen Wochenstart hingelegt. Mit einem Plus von 0,76 Prozent verabschiedete sich das Kursbarometer bei 25.277,68 Punkten aus dem Handel und konnte sich damit vorerst deutlicher über der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Zählern etablieren. Die vorbörsliche Indikation durch den Broker IG Markets signalisierte jedoch frühzeitig eine kleine Gegenbewegung: Mit 25.237 Punkten lag der Index rund 0,16 Prozent im Minus.

Charttechnisch bleibt die Lage damit fragil. Am Montag prallte der DAX an der 21-Tage-Linie nach unten ab, die als wichtiger Indikator für den kurzfristigen Trend gilt. Auf der Unterseite rückt damit die 200-Tage-Linie in den Fokus, die aktuell bei 24.862 Punkten verläuft. Diese Linie repräsentiert den langfristigen Trend und stellt derzeit die wichtigste Unterstützung dar, sollte sich der Verkaufsdruck in den kommenden Tagen im Zuge enttäuschender Nachrichten wieder verschärfen.

Technologiewerte belasten das Sentiment

Für die gedämpfte Stimmung im frühen Handel ist vor allem der Technologiesektor verantwortlich. Bereits am Vortag hatten Chipwerte an den US-Börsen einen schweren Stand und verzeichneten deutliche Abgaben. Dieser Abwärtstrend setzte sich in der asiatischen Nachtsitzung fort und belastete folglich auch die europäischen Technologiewerte zum Handelsstart. Halbleiteraktien reagieren derzeit besonders sensibel auf makroökonomische Unsicherheiten.

Eine leichte Entlastung kommt hingegen von den Rohstoffmärkten. Die Ölpreise gaben zuletzt etwas nach, was den Inflationsdruck kurzfristig dämpfen könnte. Dennoch reicht dieser Faktor nicht aus, um die Sorgen der Anleger vor einer anhaltend straffen Geldpolitik der globalen Notenbanken vollständig zu zerstreuen.

US-Großbanken läuten die Berichtssaison ein

Der Fokus der globalen Finanzmärkte richtet sich am Dienstag vor allem auf die Wall Street. Mit der Vorlage der Quartalsergebnisse von JPMorgan Chase und Goldman Sachs beginnt die US-Berichtssaison für das abgelaufene Vierteljahr. Die Bilanzen der beiden Schwergewichte gelten traditionell als verlässlicher Seismograph für die Verfassung der gesamten US-Wirtschaft.

Anleger erhoffen sich von den Zahlen Aufschlüsse darüber, wie widerstandsfähig sich das Kreditgeschäft im aktuellen Hochzinsumfeld präsentiert und ob die Rückstellungen für drohende Kreditausfälle im Zuge der konjunkturellen Eintrübung gestiegen sind. Sollten die Banken positiv überraschen, könnte dies auch dem europäischen Finanzsektor und dem DAX neuen Auftrieb verleihen. Enttäuschende Ausblicke hingegen dürften die Rezessionssorgen im US-Markt wieder befeuern.

Der Inflationsblick und die geldpolitischen Erwartungen

Neben den Unternehmensdaten wirft bereits das nächste makroökonomische Highlight seine Schatten voraus. Am Mittwoch werden die mit Spannung erwarteten US-Verbraucherpreisdaten für den Monat September veröffentlicht. Die Situation an den Rentenmärkten gilt weiterhin als angespannt, weshalb die Inflationsdaten mit Argusaugen beobachtet werden.

Marktexperten wie Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz rechnen für September mit einem spürbaren Anstieg der Gesamtinflation, was primär auf die gestiegenen Benzinpreise zurückzuführen sein dürfte. Zwar wird erwartet, dass die Kernrate – welche die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt – eine moderatere Entwicklung aufweist, doch eine Entwarnung für die Geldpolitik bedeutet dies wohl kaum. Laut Balz dürfte die US-Notenbank Federal Reserve trotz einer eventuell stabileren Kernrate an ihrem Kurs festhalten und im Dezember eine weitere Zinserhöhung ins Auge fassen.

Ausblick: Allzeithoch bleibt in weiter Ferne

Vom Ende August erreichten Allzeithoch ist der DAX derzeit weit entfernt. Am 28. August markierte der Index ein Intraday-Hoch von 26.618,74 Punkten, der historische Schlussrekord liegt bei 26.569,99 Zählern. Um diese Höchststände wieder zu attackieren, müsste der DAX rund 1.300 Punkte zulegen – ein Szenario, das angesichts der aktuellen Unsicherheiten kurzfristig unwahrscheinlich erscheint.

In den kommenden Handelstagen wird sich entscheiden, ob die charttechnische Unterstützung an der 200-Tage-Linie bei 24.862 Punkten verteidigt werden kann. Sollten die Bilanzen der US-Großbanken enttäuschen oder die Inflationsdaten am Mittwoch heißer ausfallen als erwartet, droht dem DAX ein schneller Test dieser wichtigen charttechnischen Haltelinie.

Kursreport Redaktion. Recherchegrundlage: Börse Express.
Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.

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