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Strukturierte Trendwende oder verfrühte Euphorie? Der DAX im Spiegel der Elliott-Wellen-Theorie

Eine detaillierte Elliott-Wellen-Analyse beleuchtet die jüngsten Kursbewegungen des DAX und das Potenzial einer Jahresendrallye. Zwar steht die Bestätigung für das Ende der jüngsten Korrektur noch aus, doch die langfristigen Muster deuten weiterhin auf einen robusten Aufwärtstrend hin.

Felix Neumann

Von Felix Neumann

Felix Neumann analysiert mit scharfem Blick die täglichen Bewegungen an den internationalen Aktienmärkten und bereitet komplexe Marktberichte verständlich auf.

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Strukturierte Trendwende oder verfrühte Euphorie? Der DAX im Spiegel der Elliott-Wellen-Theorie
Bild: Strukturierte Trendwende oder verfrühte Euphorie? Der DAX im Spiegel der Elliott-Wellen-Theorie

Der deutsche Leitindex DAX zeigt sich Mitte Oktober 2026 in einer charttechnisch äußerst spannenden, aber auch volatilen Verfassung. Während Marktteilnehmer auf den Startschuss für eine klassische Jahresendrallye hoffen, liefert die technische Analyse nach der Elliott-Wellen-Theorie ein differenziertes Bild. Zwar verdichten sich die Anzeichen dafür, dass die jüngste Korrekturwelle beim Vorwochen-Tief von 24.786 Punkten einen vorläufigen Boden gefunden hat, eine definitive Bestätigung dieser These steht jedoch noch aus. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über die Marke von 25.584 Punkten würde das bullische Szenario festigen.

Das übergeordnete Wellenbild: Impulsive lila Welle 3 im Fokus

Um die aktuelle Bewegung des DAX einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf das langfristige Chartbild. Der Index befindet sich übergeordnet, nach dem Abschluss der überschießenden lila Welle 2 bei 11.807 Punkten, in einer impulsiven lila Welle 3. Diese hat mit einem bisherigen Verlaufshoch von 26.619 Punkten ihren Zielbereich oberhalb von 16.297 Punkten bereits erreicht und untermauert den langfristig positiven Trend des deutschen Aktienmarktes.

Innerhalb dieser lila Welle 3 lässt sich eine Unterstrukturierung erkennen: Nach der blauen Welle 1 bei 16.537 Punkten und der korrigierenden blauen Welle 2 bei 14.585 Punkten läuft derzeit die blaue Welle 3. Diese hat die wichtige 161er-Fibo-Ausdehnung bei 22.237 Punkten bereits hinter sich gelassen. Für die genaue Interpretation dieses Aufwärtsimpulses bieten sich der technischen Analyse primär zwei unterschiedliche Szenarien an.

Hauptvariante: Der „Gedämpfte Impuls“ und die Relevanz der orangenen Welle 5

In der von Analysten favorisierten Hauptvariante wird von einem sogenannten gedämpften Impuls ausgegangen. Hierbei wurde die orangene Welle 3 (innerhalb der blauen Welle 3) im März 2025 bei einem Niveau von 23.477 Punkten plus X abgeschlossen. Die anschließende korrigierende orangene Welle 4 endete zeitlich und preislich bei 21.860 Punkten.

Aktuell befindet sich der Index demnach in der orangenen Welle 5, die sich bisher bis auf 26.619 Punkte erstreckte. Damit wurde das Maximalziel einer kurzen orangenen Welle 5 bei 25.851 Punkten bereits überschritten. Sollte sich diese Welle jedoch ausdehnen (gedehnte Variante), liegt das mathematische Minimalziel bei 28.906 Punkten.

Die innere Struktur dieser orangenen Welle 5 lässt sich wie folgt unterteilen: Lila Welle 1 bei 25.153 Punkten Lila Welle 2 bei 24.692 Punkten Lila Welle 3 bei 26.579 Punkten (oberhalb des Mindestziels von 25.903 Punkten) Lila Welle 4 bei 25.911 Punkten Lila Welle 5 (gleichbedeutend mit der grünen Welle 1) bei 26.619 Punkten

Die darauffolgende grüne Welle 2 korrigierte den Kurs bis auf das Vorwochen-Tief von 24.786 Punkten. Da dieses Niveau das wichtige 38er-Retracement bei 24.801 Punkten leicht unterboten hat, ist die formale Pflicht dieser Korrekturwelle erfüllt. Dies eröffnet die Möglichkeit, dass die grüne Welle 3 auf dem Weg zum übergeordneten Ziel von 28.906 Punkten bereits gestartet ist.

Skepsis bleibt angebracht: Korrekturmuster noch unvollständig?

Trotz der konstruktiven charttechnischen Struktur ist die Annahme einer bereits angelaufenen Jahresendrallye mit Vorsicht zu genießen. Die Muster der grünen Welle 2 wirken im kurzfristigen Zeitfenster noch nicht vollständig abgeschlossen. Ein erneuter Rücksetzer und eine Fortsetzung der Korrekturbewegung bleiben ein durchaus plausibles Szenario.

Damit die These eines definitiven Korrekturendes bei 24.786 Punkten (im Sinne einer abgeschlossenen roten Welle Y) Bestand hat, muss der DAX im Zuge der aktuellen Erholung zwingend das 38er-Retracement bei 25.486 Punkten überschreiten. Eine endgültige Bestätigung für dieses bullische Szenario liegt charttechnisch erst dann vor, wenn der Index die Marke von 25.584 Punkten signifikant nach oben durchbricht.

Nebenvariante: Der „Power-Impuls“ als bullische Alternative

Als zweite Option liefert die Elliott-Wellen-Analyse das Szenario eines „Power-Impulses“. In dieser Lesart befindet sich die übergeordnete blaue Welle 3 in einer ausgedehnten grünen Welle 3. Hierbei markierte der Index bei 23.477 Punkten die lila Welle 1, gefolgt von der lila Welle 2 bei 21.860 Punkten.

Die aktuell laufende Aufwärtsbewegung wird in dieser Variante als lila Welle 3 interpretiert, die bei 26.619 Punkten ihr bisheriges Hoch fand. Demnach könnte das Tief bei 24.786 Punkten bereits das Ende einer lila Welle 4 darstellen, was den Weg frei für eine lila Welle 5 mit neuen Rekordmarken machen würde.

Fazit für Anleger

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich sowohl der DAX als auch der US-amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial (DJI) langfristig auf einem robusten Aufwärtspfad in neue Höhensphären befinden. Die übergeordneten Elliott-Wellen-Strukturen deuten auf einen anhaltenden, langfristigen Bullenmarkt hin, der sich im Zuge inflationärer Tendenzen sogar noch beschleunigen könnte. Kurzfristig bleibt das Marktumfeld jedoch von der Frage geprägt, ob die jüngste Korrektur an der Marke von 24.786 Punkten endgültig abgeschlossen ist oder ob Anleger vor dem Start der nächsten Aufwärtswelle nochmals mit volatilen Seitwärts- oder Abwärtsbewegungen rechnen müssen. Erst das Überschreiten der charttechnischen Schlüsselmarke bei 25.584 Punkten liefert das dringend benötigte Signal für den nachhaltigen Start der Jahresendrallye.

Kursreport Redaktion. Recherchegrundlage: Wallstreet Online.
Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.

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