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Stabilisierung zum Wochenauftakt: DAX festigt die 25.000-Punkte-Marke

Der deutsche Leitindex DAX hat sich am Montag um 0,76 Prozent verbessert und schloss bei 25.277,68 Punkten. Während starke Auftragszahlen und optimistische Analystenkommentare Rüstungs- und Windkrafttitel stützten, sorgten restriktivere Einstufungen bei Einzelwerten für selektive Gewinnmitnahmen.

Dr. Marcus Stein

Von Dr. Marcus Stein

Dr. Marcus Stein analysiert seit über fünfzehn Jahren die globalen Aktienmärkte und liefert präzise Einblicke in Indizes und Marktberichte. Zuvor war er als Analyst im Investmentbanking in Frankfurt tätig.

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Stabilisierung zum Wochenauftakt: DAX festigt die 25.000-Punkte-Marke
Bild: Stabilisierung zum Wochenauftakt: DAX festigt die 25.000-Punkte-Marke

DAX baut Gewinne aus – Trendwende noch nicht vollzogen

Der deutsche Leitindex DAX hat am Montag an seine positive Tendenz vom vergangenen Freitag angeknüpft. Zum Handelsende stand ein Plus von 0,76 Prozent auf 25.277,68 Punkte zu Buche. Damit gelang es dem Börsenbarometer zwar, sich weiter von der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten abzusetzen, die in der vergangenen Woche mehrfach unterschritten worden war. Ein nachhaltiger Trendbruch ist damit jedoch noch nicht geglückt: Die derzeit abwärtsgerichtete 21-Tage-Linie, die Händlern als Indikator für den kurzfristigen Trend dient, erwies sich im Tagesverlauf als zu hohe Hürde. Auch der Index der mittelgroßen Werte, der MDAX, verzeichnete Kursgewinne und legte um 0,38 Prozent auf 30.104,33 Zähler zu.

Experten warnen vor voreiligem Optimismus

Trotz der jüngsten Stabilisierung mahnen Marktteilnehmer zur Vorsicht. Andreas Lipkow, Marktexperte beim Broker CMC Markets, betonte, dass die Erholung am Aktienmarkt auf einem fragilen Fundament stehe. Lipkow verwies auf fortbestehende Belastungsfaktoren wie die hohen Renditen für Staatsanleihen, die teure Energie und anhaltende Sorgen bezüglich der Refinanzierung immenser Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Die Ölpreise zeigten sich nach anfänglichen Verlusten im Tagesverlauf erneut fester. Positive Impulse lieferte hingegen der politische Vorstoß von Bundeskanzler Friedrich Merz, der sich für eine Senkung der Stromsteuer aussprach.

Unterdessen stellt sich die Frage, ob die anlaufende Berichtssaison für das dritte Quartal neue Impulse liefern kann. Timo Emden, Marktanalyst bei CapTrader, sprach von einem anhaltenden 'Kräftemessen zwischen Bullen und Bären'. Die Veröffentlichung der Quartalszahlen könnte nach Einschätzung des Experten kurzfristig zum dominierenden Faktor an den Märkten avancieren und bestehende geopolitische sowie konjunkturelle Risiken zeitweise in den Hintergrund drängen. Bereits am Dienstag eröffnen traditionell die ersten US-Großbanken die Bilanzsaison.

Impulsarmer Handel an der Wall Street wegen Feiertag

An den US-Börsen hielt sich die Dynamik zum Wochenstart in Grenzen. Der Leitindex Dow Jones Industrial lag zum europäischen Handelsschluss mit rund einem halben Prozent im Plus. Aufgrund des US-Feiertags 'Columbus Day' fielen die Handelsumsätze an den Aktienmärkten in New York unterdurchschnittlich aus; der US-Anleihemarkt blieb gänzlich geschlossen.

Auf europäischer Ebene zeigte sich ein freundliches Bild. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verbesserte sich um 0,45 Prozent auf 6.201,21 Punkte. Gewinne verzeichneten zudem die Indizes außerhalb der Währungsunion, namentlich der Schweizer SMI sowie der britische FTSE 100.

Rüstungssektor im Aufwind – Nordex überzeugt mit Auftragsplus

Auf Branchenebene zogen am deutschen Aktienmarkt insbesondere Rüstungswerte das Interesse der Anleger auf sich. Die Aktien von Rheinmetall kletterten um 2,5 Prozent an die DAX-Spitze. Auch im MDAX profitierten Branchenvertreter wie Renk, TKMS und Hensoldt von einer gestiegenen Nachfrage und legten zwischen 1,9 und 5,8 Prozent zu. Rückenwind erhielten die Titel von einer aktuellen Studie der US-Investmentbank Morgan Stanley. Die Analysten äußerten sich optimistisch bezüglich der Aussichten zum Jahresende und betonten, dass das Vertrauen in das Erreichen der strategischen Ziele für das Jahr 2027 zunehmen dürfte.

Ein starker Auftragseingang verhalf den Papieren von Nordex zu einem Kursplus von 3,9 Prozent. Der Windkraftanlagenbauer verzeichnete im dritten Quartal eine deutliche Steigerung der Bestellungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ein Händler kommentierte, dass der Zuwachs trotz des Mangels an konkreten Konsensschätzungen massiv ausfalle, wenngleich sich diese Entwicklung in den monatlichen Berichten bereits angedeutet habe.

Schaeffler im Plus, herbe Abschläge für Aroundtown und Flatexdegiro

Positive Nachrichten kamen auch vom Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler. Dank schneller als erwarteter Fortschritte beim Stellenabbau legte die Aktie um 1,2 Prozent zu. Das Unternehmen gab bekannt, bereits bis Ende September einen Großteil der geplanten Stellenstreichungen vollzogen zu haben. Dies führt nicht nur zu einer schnelleren Umsetzung der Sparmaßnahmen, sondern lässt auch höhere Kosteneinsparungen als ursprünglich prognostiziert erwarten. Zudem profitierte das Ergebnis von der Auflösung gebildeter Rückstellungen.

Am Ende des MDAX rangierten die Papiere des Immobilienkonzerns Aroundtown mit einem Minus von 5,7 Prozent. Eine Herabstufung durch die US-Bank Goldman Sachs auf 'Sell' belastete den Kurs erheblich. Die Analysten begründeten ihren Schritt mit voraussichtlich steigenden Finanzierungskosten, die das Ergebnis je Aktie in den Jahren 2026 bis 2028 dämpfen dürften.

Ebenfalls unter Druck standen Flatexdegiro, deren Aktien um 1,9 Prozent nachgaben. Deutsche Bank Research strich das bisherige 'Buy'-Rating für den Online-Broker. Zur Begründung wurde auf eine Abschwächung des Kundenwachstums sowie auf eine Normalisierung der Handelsaktivitäten der Nutzer verwiesen. Zudem erhöhe der intensivierte Wettbewerb in der Branche das Risiko steigender Akquisitionskosten für Neukunden.

Im Segment außerhalb der großen Indizes verzeichnete Procredit ein Plus von 1,2 Prozent. Die Bankengruppe wird am kommenden Mittwoch im Kleinwerte-Index den Platz des IT-Dienstleisters Nagarro einnehmen, da dieser nahezu vollständig vom indischen Technologiekonzern Persistent übernommen wurde.

Kursreport Redaktion. Recherchegrundlage: Wallstreet Online.
Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.

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