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DAX sucht nach Richtung: Quartalsauftakt und Teuerungsängste im Fokus

Zum Auftakt der neuen Handelswoche verzeichnet der DAX ein minimales Plus und verbleibt in einer engen Handelsspanne. Während die US-Berichtssaison der Banken für erste Impulse sorgt, belasten wachsende Zweifel an der Profitabilität von KI-Investitionen und anziehende Inflationsdaten die globalen Märkte.

Sonja Meißner

Von Sonja Meißner

Sonja Meißner berichtet tagesaktuell vom Frankfurter Parkett über aktuelle Trends und Marktbewegungen. Vor ihrer Tätigkeit bei Kursreport war sie viele Jahre als Wirtschaftsjournalistin für führende Finanzmedien aktiv.

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DAX sucht nach Richtung: Quartalsauftakt und Teuerungsängste im Fokus
Bild: DAX sucht nach Richtung: Quartalsauftakt und Teuerungsängste im Fokus

Der deutsche Leitindex DAX hat den Dienstagshandel mit einem moderaten Zuwachs begonnen. Mit einem Plus von 0,15 Prozent auf 25.316,71 Punkte zeigt sich der Markt nach den jüngsten Schwankungen bemüht um eine Stabilisierung. Die Marktteilnehmer suchen derzeit nach klaren Impulsen, um den kurz- und mittelfristigen Trend neu zu definieren. Am Vortag war der Index an der mathematisch wichtigen 21-Tage-Linie abgeprallt, die aktuell bei 21.322 Punkten verläuft. Auf der Unterseite bietet die längerfristige 200-Tage-Linie bei 24.862 Zählern eine robuste Unterstützung für den Kursverlauf. Die jüngsten Rekordmarken vom Spätsommer – das Intraday-Allzeithoch bei 26.618,74 Punkten und der historische Schlussrekord von 26.569,99 Punkten vom 28. August – bleiben vorerst außer Reichweite, solange fundamentale Treiber fehlen.

Impulse aus den USA: Der Start der Berichtssaison

Ein wesentlicher Taktgeber für die globalen Märkte dürfte in dieser Woche der offizielle Start der US-Berichtssaison für das dritte Quartal sein. Traditionell eröffnen die großen Wall-Street-Institute den Reigen der Quartalsbilanzen. Am heutigen Dienstag richten sich die Blicke der Anleger insbesondere auf die Zahlenwerke von JPMorgan Chase und Goldman Sachs.

Die Berichte der US-Großbanken gelten im Finanzsektor als wichtiger Indikator für die Verfassung der US-Wirtschaft insgesamt. Analysten erhoffen sich von den Bilanzen und den anschließenden Ausblicken der Bankvorstände Aufschluss darüber, wie sich das Zinsumfeld und das Kreditgeschäft in den USA unter den aktuellen geldpolitischen Bedingungen entwickeln. Entsprechend hoch ist die Nervosität an den Märkten, da positive Überraschungen oder Enttäuschungen die Tendenz für die kommenden Handelswochen maßgeblich prägen könnten.

Ernüchterung im Technologiesektor: Zweifel am KI-Hype

Unterdessen sorgt der Technologiesektor für spürbaren Gegenwind. Nachdem Tech-Werte, insbesondere Halbleiterproduzenten, bereits an der Wall Street unter Abgabedruck geraten waren, setzte sich diese Abwärtsbewegung an den asiatischen Börsen fort. Besonders hart traf es die technologielastige Börse in Seoul: Der südkoreanische KOSPI-Index verzeichnete zeitweise einen deutlichen Rückgang von rund sechs Prozent.

Auslöser für die neue Skepsis sind kritische Äußerungen führender Branchenvertreter zu den Renditeerwartungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Broadcom-CEO Hock Tan dämpfte die Erwartungen, indem er darauf hinwies, dass KI-Unternehmen zwar massiv in den Aufbau von Rechenkapazitäten und Datenzentren investieren würden, die tatsächliche Erzielung von Renditen aus diesen Investitionen jedoch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sei.

In eine ähnliche Kerbe schlug Intel-CEO Lip-Bu Tan, der die immensen Finanzierungskosten hervorhob und betonte, dass die Unternehmen den Nachweis erbringen müssen, dass sich diese Investitionen langfristig auch wirtschaftlich auszahlen. Diese Aussagen haben an den internationalen Handelsplätzen eine Welle der Vorsicht ausgelöst und die Euphorie der vergangenen Monate spürbar gebremst.

Inflationsdruck im In- und Ausland belastet Rentenmärkte

Neben den Unternehmensergebnissen bleibt das makroökonomische Umfeld angespannt. Ein dominierendes Thema ist weiterhin die Inflationsentwicklung, die unmittelbaren Einfluss auf die Geldpolitik der Notenbanken hat. In Deutschland hat die Teuerungsrate, angetrieben von den anhaltend hohen Energiepreisen, erstmals seit fast drei Jahren wieder die Marke von drei Prozent überschritten. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate im September bei 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies ist der höchste Stand seit Dezember 2023, als die Teuerung bei 3,7 Prozent lag.

Auch in den USA richtet sich das Augenmerk der Marktteilnehmer auf die für Mittwoch angekündigten Verbraucherpreisdaten für den Monat September. Ökonomen erwarten hier einen deutlichen Anstieg der Inflation, der primär auf gestiegene Benzinpreise zurückzuführen sein dürfte. Christoph Balz, Volkswirt bei der Commerzbank, prognostiziert, dass die Kernrate – also die Inflation ohne Energie- und Nahrungsmittel – zwar moderater ausfallen dürfte, die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) jedoch voraussichtlich an ihrem restriktiven Kurs festhalten wird. Eine weitere Zinserhöhung im Dezember bleibt damit ein wahrscheinliches Szenario, was die Lage an den Rentenmärkten weiterhin heikel gestaltet.

Ausblick für Anleger

Für den DAX und die globalen Aktienmärkte zeichnet sich eine Phase erhöhter Volatilität ab. Während die technische Unterstützung im Bereich der 200-Tage-Linie dem deutschen Leitindex vorerst Halt gibt, fehlen auf der Oberseite die Treiber für einen erneuten Ausbruch in Richtung der historischen Rekordmarken. Das Zusammenspiel aus dämpfenden Kommentaren aus dem Technologiesektor, dem geldpolitischen Druck durch die wieder anziehende Inflation und den anstehenden Unternehmensergebnissen wird in den kommenden Tagen für ein anspruchsvolles Marktumfeld sorgen. Investoren sind gut beraten, die kommenden US-Inflationsdaten und die ersten Quartalsberichte genau zu analysieren, um die künftige Richtung des Marktes richtig einschätzen zu können.

Kursreport Redaktion. Recherchegrundlage: finanzen.net.
Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.

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