Freundlicher Auftakt: DAX festigt Position über der 25.000-Punkte-Schwelle
Der deutsche Leitindex DAX steht zu Beginn der neuen Handelswoche vor weiteren Gewinnen. Nach einem bereits freundlichen Ausklang am vergangenen Freitag signalisieren die Vorbörsendaten eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Der Broker IG Markets taxierte den DAX rund zwei Stunden vor dem offiziellen Xetra-Start auf 25.256 Punkte, was einem Plus von 0,67 Prozent entspricht. Damit kann sich der Index weiter über der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Zählern etablieren, die in der Vorwoche kurzzeitig unterschritten worden war. Als nächste signifikante charttechnische Hürde gilt nun der Bereich um 25.500 Punkte.
Sinkende Rohölpreise und Rentenrenditen liefern Rückenwind
Die Triebfedern für die positive Stimmung zum Wochenstart sind vor allem am Rohstoff- und Rentenmarkt zu finden. Die Preise für Rohöl gaben zuletzt spürbar nach. Die Nordseesorte Brent notierte mit einem Minus von 1,29 US-Dollar bei 103,43 Dollar, während die US-Sorte WTI um 1,46 Dollar auf 90,39 Dollar nachgab. Parallel dazu zeigten sich auch die Renditen von Staatsanleihen leicht rückläufig, was die Attraktivität von Aktien als Anlageklasse stützt.
Zudem zeichnet sich eine temporäre Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten ab. Aussagen von US-Präsident Donald Trump, wonach die USA vor den anstehenden Zwischenwahlen im November keinen militärischen Konflikt mit dem Iran anstreben und konstruktive Gespräche liefen, beruhigten die Akteure an den internationalen Finanzmärkten spürbar.
Wall Street zeigt sich erholt – KI-Sorgen lassen nach
Die Vorgaben aus Übersee sind ebenfalls positiv geprägt. Am vergangenen Freitag profitierten die US-Börsen merklich von den rückläufigen Ölpreisen und einer nachlassenden Skepsis bezüglich des Investitionsbooms im Sektor der Künstlichen Intelligenz (KI). Nachdem Technologieaktien unter der Woche noch unter Gewinnmitnahmen gelitten hatten, stabilisierte sich das Segment vor dem Wochenende.
Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Plus von 0,83 Prozent bei 51.654,95 Punkten und verbuchte damit auf Wochensicht einen Zuwachs von knapp einem Prozent. Der S&P 500 legte um 0,59 Prozent auf 7.811,54 Zähler zu. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,51 Prozent auf 30.883,15 Punkte nach oben, womit er die Verluste der vorangegangenen Tage weitgehend ausgleichen konnte.
Zurückhaltung an den asiatischen Handelsplätzen
Im asiatisch-pazifischen Raum verlief der Wochenauftakt hingegen in ruhigen Bahnen. Aufgrund eines Feiertags in Japan blieben die dortigen Börsen geschlossen. An den übrigen Plätzen hielten sich die Anleger vor dem Start der neuen Berichtssaison weitgehend zurück. Der Hang-Seng-Index in Hongkong verzeichnete ein leichtes Plus von 0,2 Prozent, während der chinesische Festlandsindex CSI 300 mit den 300 wichtigsten Werten um 0,3 Prozent nachgab. Auch in Südkorea und Indien zeigten sich leichte Abschläge, während der australische Aktienmarkt mit Gewinnen schloss.
Berichtssaison und Inflationsdaten im Fokus
Für den weiteren Wochenverlauf dürften vor allem zwei Faktoren die Richtung an den Märkten vorgeben: der offizielle Beginn der Berichtssaison für das dritte Quartal sowie neue Inflationsdaten aus den USA.
Mislav Matejka, renommierter Stratege bei der US-Großbank JPMorgan, äußerte sich im Vorfeld optimistisch. Er geht davon aus, dass die anstehenden Quartalsergebnisse der Unternehmen den Aktienmärkten eine fundamentale Unterstützung bieten werden. Während der Montag kalendarisch sowohl auf der Konjunktur- als auch auf der Unternehmensseite noch ruhig verläuft, richten sich die Blicke bereits auf die zur Wochenmitte erwarteten US-Verbraucherpreisdaten. Diese Daten sind von zentraler Bedeutung für die künftige Geldpolitik der Federal Reserve. Am Markt wird derzeit spekuliert, ob die US-Notenbank im weiteren Jahresverlauf eine zusätzliche Zinsanhebung vornehmen wird, um den verbliebenen Inflationsdruck endgültig einzudämmen.
Aus Sicht der Marktteilnehmer bleibt das Umfeld trotz der jüngsten Stabilisierung von hoher Sensibilität geprägt. Die Verteidigung der 25.000-Punkte-Marke beim DAX liefert jedoch ein wichtiges technisches Signal für den kurzfristigen Trend.

