Kaum ein Investment-Thema wird so kontrovers diskutiert wie ESG. Zwischen Klimaschutzhoffnungen und Greenwashing-Vorwürfen lohnt sich ein sachlicher Blick auf das, was ESG-Produkte tatsächlich leisten können.
Was ESG bedeutet
ESG steht für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Anbieter bewerten Unternehmen entlang dieser Dimensionen und schließen bestimmte Sektoren oder Titel aus.
SFDR: Artikel 6, 8 und 9
- Artikel 6: Fonds ohne besonderen Nachhaltigkeitsbezug.
- Artikel 8: Fonds, die ökologische oder soziale Merkmale bewerben.
- Artikel 9: Fonds mit expliziten Nachhaltigkeitszielen.
Wie stark unterscheiden sich ESG-ETFs vom Original?
Ein „ESG Screened MSCI World“ ähnelt seinem Basisindex zu über 90 Prozent. „SRI“-Varianten sind deutlich enger gefasst – teils bleiben nur 200–300 Titel übrig. Wer echte Diversifikation sucht, sollte auf ausreichende Titelzahl achten.
Renditeeffekt: Kosten oder Chance?
Langfristig zeigen Studien keine signifikanten Rendite-Nachteile für breit gestreute ESG-Indizes. Enger definierte Ansätze können jedoch in bestimmten Marktphasen deutlich vom Standardindex abweichen.
Impact vs. Ausschluss
Ein Ausschluss von Kohleaktien im Depot verändert die Realwirtschaft direkt kaum – der frühere Eigentümer verkauft an einen anderen. Wer echte Wirkung sucht, sollte auf Impact-Fonds mit klaren Kennzahlen und Berichterstattung achten.
„ESG ist weder ein Marketing-Etikett noch ein Klimaretter im Alleingang. Es ist ein Werkzeug, dessen Wirkung von seiner Ausgestaltung abhängt.“
Praktische Umsetzung
Wer nachhaltiger investieren möchte, kann seinen bestehenden Welt-ETF durch eine ESG-Variante ersetzen – bei geringen Zusatzkosten und ähnlicher Diversifikation. Ergänzend lohnt sich der Blick auf Impact-Anleihen oder gezielte Themen-ETFs.



