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Anleihen für Privatanleger: So bauen Sie den zweiten Portfolio-Baustein

Wie Sie mit Bundes-, Unternehmens- und globalen Anleihen-ETFs den defensiven Teil Ihres Depots sinnvoll strukturieren.

NB

Von Nina Bartels

Redakteurin Investieren · · aktualisiert am 20. Juli 2026 · 10 Min. Lesezeit

Portfoliomanager erklärt Anleihenstruktur an einem Whiteboard
Portfoliomanager erklärt Anleihenstruktur an einem Whiteboard

Über viele Jahre wurden Anleihen als „langweiliger Rentenanteil“ belächelt. Seit dem Zinsanstieg der letzten Jahre spielen sie wieder eine ernsthafte Rolle – gerade für Anleger, die die Volatilität ihres Portfolios dämpfen möchten.

Welche Rolle Anleihen im Depot spielen

Anleihen erfüllen drei Funktionen: sie liefern laufende Erträge, sie dämpfen Kursschwankungen des Aktienanteils und sie bewahren – bei kurzer Duration – Kapital vor stärkeren Verlusten.

Bausteine für das Anleihen-Portfolio

  • Kurzlaufende Staatsanleihen (Bundesanleihen, US-Treasuries): Kapitalerhalt und Liquidität.
  • Globale Investment-Grade-Unternehmensanleihen: höhere Rendite bei moderatem Risiko.
  • Global aggregierte Anleihen-ETFs: One-Stop-Lösung mit breiter Streuung.
  • Inflationsindexierte Anleihen: gezielter Kaufkraftschutz.

Wie viel Anleihe darf es sein?

Eine klassische Faustregel: Der Anleiheanteil entspricht ungefähr dem eigenen Alter. Wer 40 ist, hält 40 Prozent Anleihen und 60 Prozent Aktien. Modern gilt diese Regel als grobe Orientierung; die persönliche Risikotragfähigkeit ist wichtiger als jede Formel.

Kosten und Auswahlkriterien

Bei Anleihen-ETFs zählen TER, Fondsvolumen, Tracking Difference und die Zusammensetzung nach Bonität und Laufzeit. Prüfen Sie zusätzlich, ob der Fonds Kupons ausschüttet oder thesauriert – für die Steuerplanung relevant.

Zinsänderungen und Ihre Reaktion

Bei Zinserhöhungen sinken die Kurse länger laufender Anleihen. Wer diese Bewegung aushält oder in eine Kombination aus kurzen und mittleren Laufzeiten investiert, reduziert die Sensitivität deutlich.

Anleihen sind kein Ersatz für Aktien – aber sie sind die stille Kraft, die viele Portfolios in den entscheidenden Momenten stabilisiert.

Praxis-Portfolio: Beispiel

BausteinAnteilZweck
Kurzlaufende Bundesanleihen-ETF40 %Liquidität, Kapitalerhalt
Globale Investment-Grade-ETF (€-gehedged)40 %Rendite, Bonitätsstreuung
Inflationsindexierter Anleihen-ETF20 %Kaufkraftschutz
Beispielhafte Aufteilung eines defensiven Anleiheteils
Das Wichtigste in Kürze
  • Über viele Jahre wurden Anleihen als „langweiliger Rentenanteil“ belächelt.
  • Anleihen erfüllen drei Funktionen: sie liefern laufende Erträge, sie dämpfen Kursschwankungen des Aktienanteils und sie bewahren – bei kurzer Duration – Kapital vor stärkeren Verlusten.
  • Eine klassische Faustregel: Der Anleiheanteil entspricht ungefähr dem eigenen Alter.
  • Bei Anleihen-ETFs zählen TER, Fondsvolumen, Tracking Difference und die Zusammensetzung nach Bonität und Laufzeit.
  • Bei Zinserhöhungen sinken die Kurse länger laufender Anleihen.

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Hinweis der Redaktion

Dieser Beitrag wurde von der Kursreport-Redaktion nach bestem Wissen recherchiert und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Angaben beziehen sich – soweit nicht anders gekennzeichnet – auf die Rechtslage im Euroraum bzw. in Deutschland zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Wesentliche Aktualisierungen kennzeichnen wir mit einem Bearbeitungsdatum.

Häufige Fragen

Sind Anleihen im aktuellen Umfeld sinnvoll?

Ja. Nach Jahren extrem niedriger Zinsen bieten sie wieder auskömmliche Renditen und ihre defensive Funktion im Portfolio.

Direktanleihen oder Anleihen-ETFs?

Für Privatanleger sind ETFs meist praktischer – Streuung, Handelbarkeit und Kosten sprechen für die Fondslösung.

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