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Volkswagen-Aktie unter Druck: Automobilwert verliert am zweiten Tag in Folge

Die Aktie der Volkswagen AG verzeichnet zur Wochenmitte den zweiten Verlusttag in Folge und rutscht in das untere DAX-Drittel ab. Während sich der deutsche Leitindex leicht im Plus bewegen kann, kämpft der Wolfsburger Autobauer mit Kursverlusten und verhaltenen Umsätzen.

Dr. Katharina Scholz

Von Dr. Katharina Scholz

Die promovierte Volkswirtin verantwortet den Bereich Geldpolitik und Zinsentwicklung. Mit scharfem Verstand analysiert sie die Entscheidungen von EZB und Fed und deren direkten Einfluss auf die Aktienmärkte.

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Volkswagen-Aktie unter Druck: Automobilwert verliert am zweiten Tag in Folge
Bild: Volkswagen-Aktie unter Druck: Automobilwert verliert am zweiten Tag in Folge

Marktbericht zur Mittagssitzung: VW-Aktie schwächelt erneut

Am heutigen Mittwoch, dem 26. August 2026, zeigt sich die Aktie der Volkswagen AG (VW) zur Mitte des Handelstages erneut von ihrer schwächeren Seite. Gegen 11:55 Uhr notiert das Wertpapier des niedersächsischen Automobilherstellers bei 72,76 Euro. Damit verzeichnet der Titel einen Abschlag von 0,74 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs des Vortages, der bei 73,30 Euro gelegen hatte. Dieser Rückgang markiert den zweiten Verlusttag in Folge für die Wolfsburger Vorzugsaktie und setzt eine jüngst ohnehin volatile Tendenz fort.

Schere zum Gesamtmarkt geht weiter auf

Besonders deutlich wird die relative Schwäche der Volkswagen-Aktie im direkten Vergleich mit der Entwicklung des Gesamtmarktes. Während sich der deutsche Leitindex DAX zur gleichen Zeit mit einem leichten Plus von 0,13 Prozent stabilisiert, sackt VW auf Platz 38 des 40 Werte umfassenden Blue-Chip-Index ab. Damit rangiert das Papier im untersten Drittel des Tableaus.

Die Marktteilnehmer agieren derzeit sichtlich zurückhaltend, was sich auch im aktuellen Handelsvolumen widerspiegelt: Bis zum Mittag wurden lediglich 123.398 Einheiten der VW-Aktie über die elektronischen Handelssysteme umgesetzt. Zum Vergleich: Am gesamten vorhergehenden Handelstag stand noch ein deutlich höheres Handelsvolumen von 711.456 gehandelten Wertpapieren zu Buche. Ob das gestrige Volumen im weiteren Tagesverlauf noch annähernd erreicht werden kann, bleibt angesichts des ruhigen Mittagsgeschäfts fraglich.

Charttechnische Einordnung und Jahresspanne

Ein Blick auf die mittelfristige Kursentwicklung verdeutlicht den anhaltenden Druck, unter dem der Titel steht. Das aktuelle Niveau von 72,76 Euro befindet sich signifikant unter den Höchstständen der vergangenen zwölf Monate. Das 52-Wochen-Hoch wurde bei 102,32 Euro markiert – davon ist die Aktie derzeit um beachtliche 28,89 Prozent entfernt.

Positiv formuliert verteidigen die Bullen im Moment noch einen gewissen Puffer zum Jahrestief, das bei 69,20 Euro liegt. Sollte sich die Abwärtsbewegung der letzten Tage jedoch beschleunigen, rückt diese psychologisch wichtige Marke von 70,00 Euro und in der Folge das Jahrestief schnell wieder in den Fokus der technischen Analysten.

Strukturelle Bedeutung und Gewichtung im DAX

Trotz der jüngsten Kursverluste bleibt die Volkswagen AG ein industrielles und börsenseitiges Schwergewicht in Deutschland. Mit einer weltweiten Belegschaft von rund 656.000 Mitarbeitern (Datenbasis August 2021) nimmt das Unternehmen in puncto Beschäftigtenzahl eine absolute Ausnahmestellung ein. Im DAX belegt VW gemessen an dieser strukturellen Größe den 21. Platz.

Kapitalmarktseitig beziffert sich der Börsenwert des Konzerns aktuell auf rund 36,45 Milliarden Euro. Daraus leitet sich eine Gewichtung von 1,66 Prozent für die Berechnung des DAX aus. Wie stark sich die Verhältnisse an der Börse verschoben haben, zeigt ein Vergleich mit dem wertvollsten Unternehmen im deutschen Leitindex: Der Technologie- und Industriekonzern Siemens kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von beeindruckenden 222,80 Milliarden Euro und führt damit das Ranking mit großem Abstand an.

Fundamentaldaten im Widerspruch zur Bewertung

Der Kontrast zwischen der vergleichsweise niedrigen Marktbewertung von 36,45 Milliarden Euro und den realen Geschäftsdaten von Volkswagen bleibt ein zentrales Thema für Value-Investoren. Im jüngst zum 31. Dezember abgeschlossenen Geschäftsjahr wies der Automobilkonzern einen Umsatz von 250,20 Milliarden Euro aus. Der daraus resultierende Jahresgewinn belief sich auf beachtliche 19,28 Milliarden Euro.

Daraus ergibt sich rein rechnerisch ein außergewöhnlich niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 2. Diese fundamentale Bewertung reflektiert die tiefen strukturellen Zweifel des Marktes an der langfristigen Profitabilität und Transformationsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie im Zuge der Elektromobilität und des verschärften globalen Wettbewerbs. Solange diese strukturellen Sorgen den Sektor belasten, scheinen selbst solide Ertragszahlen der Vergangenheit kaum in der Lage zu sein, eine nachhaltige Trendwende an der Börse einzuleiten.

Kursreport Redaktion. Recherchegrundlage: WELT.
Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.

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